Hier mal was aus dem Nähkästen:
Die Idee von einer zweiwöchigen Paddeltour auf dem Rhein entstand schon im Januar, als ich noch in USA war. Eigentlich wollten Patric (18) und ich (S²/ 17) gemütlich die Donau runter trödeln, aber da die zur Zeit der Tourplanung noch ein bisschen verseucht war, haben wir den Fluss aufgegeben und uns nach einer Alternative umgesehen. Einzige Voraussetzungen: Lang und äh…? Ja, ich würde sagen die einzige Voraussetzung war, dass der Fluss lang seinen sollte. Ach, und fließen sollte er auch noch ein bisschen! Also was liegt näher als der Rhein? OK, dann hatten wir also schon den Fluss, die Zeit stand sowieso schon fest, weil wir ja nur begrenzt Ferien haben! Bleibt noch die Frage: Wie kommen wir dahin? Antwort: Da mein Vater ja gerne viel für seine Jugendlichen rumfährt, hatten wir auch das Problem schnell geklärt!
Ende Mai, meine Wenigkeit war grade erst wieder aus den USA zurück, haben wir dann richtig mit der Planung begonnen! Wichtige Fragen, die man sich auf jeden Fall stellen sollte, wenn man eine 8 Tage Fahr irgendwo hin plant:
Was und wie viel wollen die Beteiligten ESSEN?
Alles andere kann man auch vor Ort erledigen…).
So um die gleiche Zeit kam auch die Frage von meinem verehrten Herrn Bruder, ob er (Arne/ 14) und ein Freund (Dominik/ 18) mit uns fahren könnten. Da wir von meinem Vater schon irgendwie auf diese Frage vorbereitet worden sind, fiel uns die Antwort relativ einfach: Ja mmmh Okay……!?! Kurz vor unserer Abreise war das Wetter – wie könnte man auch anders erwarten – beschissen! Aber wir haben uns gedacht: Das wird schon wieder und sind einfach mal ins Auto eingestiegen! Wir hatten jetzt schon unser gesamtes Gepäck, Lebensmittel und Zelt eingepackt! Das einzige, was uns derzeit noch fehlte, waren die zwei Boote, mit denen wir eigentlich fahren wollten. Aber die mussten erst noch in Würzburg bei Markus Schönfelder, dem Generalimporteur für Nova Craft Boote abgeholt werden. 2 blaue Canadier, die wir auf die Namen Jake und Elwood taufen. Also ab nach Würzburg!
8.7.00 Konstanz – Öhmingen (22 km): Diverse Stunden später, die Tour beginnt. Konstanz, am Bodensee!!! Endlich hatten wir unseren Abfahrtsort vor Augen! Blauer Himmel, auch wenn dass nur sehr stellenweise vorkam, grünes Wasser und nette Mädchen, die wir allerdings leider nie näher kennen gelernt haben. Als wir unsere Boote gepackt hatten und wir endlich auf dem Fluss (der da noch ein See ist, nämlich der Bodensee) waren, überzeugten wir uns durch drei flotte Blicke auf die Uhr, das es schon 18:30Uhr war…, aber wir wollten wenigstens noch bis zum Rhein kommen, damit wir den langsamsten Teil schon hinter uns hatten! Die erste Tagesetappe erwies sich als Maßstab für die folgende Woche…! Wir paddelten munter darauf los und weil es so gegen 22:10 Uhr anfing dunkel zu werden, haben wir uns entschlossen, auf einem Campingplatz die erste Nacht zu verbringen! Aber Pustekuchen, die Preise der Campingplätze überstiegen unser Vermögen bei weitem. Was blieb uns anderes übrig als um 23:00 Uhr bei einem Segelclub anzuhalten und freundlich anzufragen, ob wir vielleicht die Nacht hier verbringen könnten. Die Antwort lautete wie in den nächsten Tagen öfter: Ja, aber selbst verständlich. Wie, Geld!?! Wir nehmen hier kein Geld von mittellosen jungen Kanuten an! Gute Nacht!!! Also hatten wir nach unserer ersten 22 km Etappe eine billige Nacht hinter uns gebracht!!! Das fing ja alles ganz gut an und dass Wetter hatte am ersten halben Tag auch soweit ganz gut mitgespielt! Aber dass sollte noch anders werden….
9.7.00 Öhmingen – Eglisau (52 km): Am nächsten Tag haben wir dann gemütlich eingepackt und sind etwas, später als man sollte los gefahren. Nach noch so 5 langen km auf dem Bodensee fing das Wasser dann auch endlich an zu fließen und der Regen hat sich dann auch so langsam eingestellt und war für die nächsten Tage irgendwie nicht mehr los zu werden.´Aber wir waren jetzt eh nicht mehr aufzuhalten und paddelten locker lässig Richtung Rheinfall! Aber so schön der Rhein mit seinem Fall auch ist, wenn man beim Umtragen die falsche (Insider wissen, dass dass nur die Kölner Seite gemeint sein kann!!!) Rheinseite erwischt und ca. 5h durch die Gegend tigert, dann noch mal den ganzen Weg zurück und ein paar Serpentinen runter bis zur Einsatzstelle gewandert ist, sieht man das alles mit ganz anderen Augen!!! Nach einem endlos langen Tag und so einigem Gegenwind, weil der Wind am Rhein irgendwie immer von vorne kommt…, ging die Sonne dann auch mal wieder unter, was man daran fest stellen konnte, dass es auf einmal schlagartig dunkel und kalt wurde! Aber den einzigen Campingplatz hatten wir verpasst und da wo wir jetzt waren, gab es außer Bäumen und Wald (was halt aus ganz viel Baum resultiert) nix, wo man hätte schlafen können.! Also mussten wir wohl noch ein Stück weiter bis zu einem extrem kleinen Dorfkaff, wo wir dann, nach dem ich mit dem Wirt von irgend so einer Dorfkneipe geredet hatte, in einer Art hölzernem Festzelt übernachtet haben – auch wieder umsonst!!! Nachdem der Patric einem Stromkabel gefolgt war und irgendwo eine Sicherung eingeschaltet hatte, hatten wir nicht nur ein Dach überm Kopf, sondern gleich noch die ganze Festbeleuchtung im Zelt (das wir allerdings diesmal nicht aufbauen mussten!!!) Zu essen gab’s – wie eigentlich immer – Spagheteria und Brausetabletten!!!
10.7.00 Eglisau – RC Säckingen (58km): Am nächsten Morgen sind wir relativ früh aufgestanden, weil so ein paar Bauern mit den Abbau unseres (Fest-)Zeltes angefangen hatten und wir somit genötigt waren, unsere Sachen langsam aber sicher in die Boote zu verlagern und wieder weiter zu paddeln. Also waren wir an diesem Morgen schon so gegen Uhr 10:30 auf dem Wasser. Aber obwohl die Sonne sich für ganze 5 Minuten blicken lies, hatten wir bis auf weiteres das große Glück, uns nicht um den Wasserstand vom Rhein sorgen zu müssen, weil der gütige Herr im Himmel uns reichlich mit seinem kühlen Nass segnete, was wir ihm auch nicht unbedingt verübelt haben, aber als er uns dann auch noch mit kräftiger Gegenwind und schweren Portagen schikanierte, haben wir uns schon so unsere Gedanken gemacht und beschlossen dass wir unsere Teller vielleicht die nächsten Tage komplett leer essen sollten. Wie dem auch sei, anscheinend war unser lieber Herr doch nicht so verstimmt, weil wir im zweiten Teil des Tages die Sonne doch noch öfter gesehen haben und auch die Umtragestellen eher angenehmerer Art waren. Durch diesen glücklichen Umstand haben wir an dem Tag auch eine größere Strecke (58km) hinter uns bringen können! Am Ende dieser 3. Etappe konnten wir auf der überdachten Terrasse von einem unbewohnten Ruderclub übernachten, unsere Sachen trocknen und hatten sogar Strom, um Musik hören zu können!
Hier bricht der Bericht bis auf ein paar wenige Stickpunkte schlagartig ab.
11.7.00 RC Säckingen – Rheinweiler (55 km): Am nächsten morgen war mein erstes Ziel eine kleine Ferienhütte, um die Bewohner um ein bisschen Wasser zu bitten. Das wäre natürlich kein Problem, nur…
12.7.00 Rheinweiler – RC Sasbach (53 km): gutes Wetter!, morgens Elwood weg! 1 Bootswagen kaputt, wieder umsonst geschlafen
13.7.00 RC Sasbach – Kehl/ Brücke (53 km): spät los, Rückenwind, 2km gelaufen
(Sven)